Epileptisches Kind wird von den Eltern nach Altötting verlobt ** "verloben" = Gelübde aussprechen Mirakelbild aus dem Kapellenumgang zu Altötting (Photographie Claus Hansmann, Stockdorf)
In einem der damals kursierenden Heilbücher ist folgende Empfehlung zur Behandlung der Fallsucht zu lesen: "Daß ein Kind solche Kranckheit sein Lebetag nicht bekomme: Nimm Poenien-Wurtzel, so im Monat Julio im Abnehmen des Mondes, und in dem Zeichen des Löwen, auf einen Sonntag zwischen 3 und 4 Uhr des Morgens, ist gegraben worden; diese Wurtzel laß in roth scharlachen Läpgen mit einem rothen seidenen Faden nehen, von einem Kind, das noch nicht das 12. Jahr alt ist, welches die Wurtzel auch graben muß, doch darf sie eine erwachsene Person suchen helffen. Diese Läpplein mit der darein genaehten Wurtzel [soll] man den Kinder mit einem rothen seiden Faden gleich bey der Geburt anhängen, so sind sie naechst Gottes Beystand ihr Lebetage sicher vor dieser Kranckheit fallende Sucht." (Poenie = Päonie = Pfingstrose)
Die Kette aus (rot-gefärbten) Päonien-Samen, die das Kind eigentlich vor Anfällen schützen sollte (s.o.), hat offensichtlich keine entsprechende Wirkung entfaltet. --- dieses Fenster schließen --- |