Das Steinschneiden www.epilepsiemuseum.de
Hieronymus Bosch (1460-1516): Das Steinschneiden
Prado, Madrid
Von der Erfahrung des griechischen Arztes Claudius Galenos (129-199 n.Chr.), dass die Öffnung des Gehirns nicht immer den Tod zur Folge habe, leitet sich auch die Idee ab, dass der "böse Stein der Fallsucht" herausoperierbar sei. Doch schon um 900 prangerte der persische Arzt Rhazes dies an: "Einige der Wunderheiler behaupten, die Fallsucht zu heilen und machen eine kreuzförmige Öffnung am Hinterkopf und geben an, etwas herauszunehmen, was sie vorher in der Hand gehalten hatten...!" Bis in das 18. Jahrhundert hinein gab es diese "Bruch- und Steinschneider" aus der Bader- und Barbiergilde, die als fahrende Heilkundige durch die Lande zogen und durch Quacksalberei, schwarze Magie und Suggestionskraft viel Geld am Aberglauben, oft aber auch an der Angst der Betroffenen verdienten.
Hieronymus Bosch verspottet Unwissenheit und Betrug an den Kranken in seinem Bild "Das Steinschneiden", das er um 1485 malte:
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