Raffael: Die Verklärung Christi
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Raffael (Raffaelo Santi, 1483-1520): Die Verklärung Christi. Vatikanische Museen, Rom Nach den derzeitigen Schätzungen gibt es in Deutschland zwischen 500.000 und 800.000 Epilepsie-Kranke, von denen über die Hälfte weniger als 20 Jahre alt ist. In der Renaissance-Zeit war diese Krankheit ebenso verbreitet wie heute, wenn man damals auch zwischen Besessenheit, Pest und Epilepsie nicht genau unterschied. Die Renaissance hatte den Menschen, der sich harmonisch in den Kosmos einfügte, als Maß aller Dinge gesehen. Deshalb reagierte man bei allem, was außergewöhnlich oder unheimlich schien, außerordentlich irritiert und suchte nach überirdischen Erklärungsmöglichkeiten. Die Epilepsie war auch im christlichen Mittelalter - wie zuvor in der frühen Antike - die "unnatürliche, geheimnisvolle, überirdische Krankheit".

Die berühmteste Darstellung eines Anfallkranken in der Malerei findet sich bei Raffael: Das letzte Bild Raffaels, die Transfiguration Christi, ist in 2 Teile gegliedert: Der obere Teil stellt die Verklärung (Transfiguration) Christi dar, der untere zeigt die Heilung (bzw. die ihr unmittelbar vorangehende Szene) des "mond- süchtigen" (anfallkranken) Knaben, die in den Evangelien der Synoptiker (Matthäus, Markus, Lukas) unmittelbar auf die Beschreibung der Verklärung folgt.
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